Ein Stempel den nicht jeder im Reisepass hat

Ein Stempel den nicht jeder im Reisepass hat

25. April 2017 6 Von Sandra & Chris

Ein Stempel den nicht jeder im Reisepass hat – Hutt River Principality

Der Stolz eines Reisenden sind doch u.a. Stempel von Ländern die er bereist hat und bestenfalls noch welche die nicht jeder hat.

Genau so einen haben wir uns heute geholt.

Visa on arrival

Aber wie kann das sein? Wir sind doch schon längere Zeit in Australien und noch immer dort?
Lasst euch zuerst die Geschichte von Hutt River erzählen.
Das Fürstentum Hutt River engl. Principality of Hutt River ist eine 75 Quadratkilometer große Mikronation im Westen Australiens.
Die Regierung Australiens erkennt die Unabhängigkeit des Staates nicht an, übt dort aber auch keinerlei Staatsgewalt mehr aus und hat den Einwohnern bescheinigt keine Bürger Australiens mehr zu sein.
Somit bezahlen die Einwohner keinerlei Steuern, erhalten aber auch keinerlei Hilfe von Seiten des Staates.


Begonnen hatte alles im Jahr 1960 als der Farmer Leonard George gegen die verordnete Produktionsquoten von Weizen protestierte.
Am 21. April 1970 erklärte Leonard George sich für Unabhängig.
Leonard George wurde später von den Bewohnern, Mitglieder seiner Familie und einigen Aborigines zum Fürsten bzw. Prince ernannt.

Heute ist Leonard George 91 Jahre alt und hat seine Amtsgeschäfte vor 3,5 Jahren an seinen Sohn übergeben.
Diese Geschichte hat uns so gut gefallen dass ein Besuch dieses Landes schnell fest stand.
Leicht zu erreichen ist es nicht unbedingt, es führen lediglich Sand und Schotterpisten in das kleine Fürstentum.


Dort angekommen beginnt die Führung im örtlichen Postamt, hier werden auch die Visas für 4 Dollar pro Person ausgestellt.
Hutt River verfügt über eine eigene Währung die 1:1 an den Australischen Dollar angeglichen ist.
Begrüßt wurden wir von einer Tochter des Fürsten die uns einiges zur Geschichte des Staates erzählte.
Als sie uns ins Infocenter führte in der Prince Leonard die Staatsgeschenke und Korrespondenz aus aller Welt aufbewahrt hatten wir das große Glück den alternden Prince persönlich zu treffen.
Er sei nach eigener Angabe nicht mehr der fitteste lies es sich aber nicht nehmen die Führung persönlich fortzuführen.

Ein Foto mit dem Prinzen

Nach einigen Fotos könnten wir uns noch weiter umsehen.

Seiner verstorbenen Frau ist ein im japanischen Stil gehaltenes Tor gewidmet.

In der Auffahrt befindet sich eine Büste des Fürsten geschnitzt aus einem riesigen Baumstumpf.

In der Kirche deren Fenster mit speziellen blauen Glas gefasst sind, befinden sich noch weitere Informationen zum Leben und Wirken Prince Leonard und Lady Margarethe.

Wer gerne eine Nacht in Hutt River verbringen möchte kann dies für 5 Dollar pro Person auf dem Caravanparkplatz tun.

Ein kurzweiliger Besuch der sich für uns auf jedenfall gelohnt hat.