Hiroshima

Unsere Japanreise haben wir in Hiroshima begonnen. Der Flughafen liegt ca. 50 km außerhalb der Stadt und ist mit einem Flughafenbus (Limousine Bus) erreichbar. Wie üblich wollten wir am Flughafen Geld abheben, mussten aber feststellen dass um 22 Uhr bereits alle Automaten geschlossen hatten (die Automaten stehen in kleinen Häuschen, die abgeschlossen werden). Am Informationsschalter des Flughafens konnten wir dann glücklicherweise die Bustickets bis in die Innenstadt mit der Kreditkarte bezahlen. 50 Minuten später wurden wir am Busterminal Hiroshima rausgelassen und standen noch immer ohne Geld da. Bereits im Vorfeld hatten wir gelesen dass man in den Automaten des 7 Eleven Supermarkts kostenlos Geld abheben kann (was wir auch bereits aus anderen Ländern kennen) nur waren um diese Uhrzeit auch bereits die meisten Supermärkte geschlossen. Irgendwann haben wir dann tatsächlich noch einen offenen gefunden und hatten endlich Yen in der Hand. Unsere Airbnb Wohnung lag noch ein Stück entfernet, die letzte Straßenbahn des Tages brachte uns an unser Ziel und die Unterkunft war schnell gefunden.

Transport in Hiroshima

Vom Flughafen gibt es Busse bis an den Bahnhof oder den Busbahnhof. Die Tickets kannst du am Informationsschalter am Flughafen kaufen.

Hiroshima besitzt das größte Straßenbahnnetz in ganz Japan, damit lässt sich alles gut erreichen. Vieles lässt sich aber auch zu Fuß erreichen, z.B. liegen der Friedenspark mit Atombombenmuseum, die Burg und die Innenstadt nicht weit auseinander.

Geschichte

Hiroshima ist vermutlich jedem durch den ersten kriegerischen Atombombenangriff bekannt. Am 6.8.1945 um 8:16 Uhr explodierte die Bombe in etwa 600 Metern Höhe über der Innenstadt. Innerhalb einer Sekunde waren 80 Prozent der Innenstadt komplett zerstört. Der für Atombombenexplosionen typische Atompilz trieb bis in 13 Kilometer höhe und kam etwa 20 Minuten später als radioaktiver Niederschlag (Fallout) nieder.

Sightseeing

2 Tage solltest du für deinen Besuch in Hiroshima einplanen.

Am ersten Tag sind wir am Vormittag in den Friedenspark und anschließend in das Atombombenmuseum gegangen. Nach einer kleinen Stärkung ging es weiter zur Burg und in den Shukkei-en Garten. Wenn du noch Zeit hast solltest du auf jeden Fall einen Spaziergang durch die gemütliche Innenstadt machen. Hier fanden wir jede Menge Essenmöglichkeiten, unser Tipp: unbedingt Ramen und Okonomiyaki probieren.

Tag 2 verbrachten wir auf Miyajima. Mehr zu den einzelnen Sehenswürdigkeiten folgt unten im Text.

Friedenspark

Nach dem Atombombenabwurf und der völligen Zerstörung wurde der Park zum einen als Gedenkstätte, aber auch als Naherholungsfläche wieder errichtet. Im Park finden sich viele Denkmäler, wie z.B. der Bomb Dome, die Friedensflamme (die solange brennen soll bis alle Atomwaffen vernichtet wurden), der Friedensteich, der Kenotaph und das Kinderfriedensmonument. Dieses Monument ist einem Kind gewidmet, welches an den Folgen des Atombombenabwurf an Leukämie erkrankte. Einem Volksglauben zu urteilen, wird dem jenigen, der 1000 Kraniche faltet von den Göttern ein Wunsch erfüllt. Das Mädchen hat weit über 1000 Kraniche fertiggestellt, den Kampf jedoch trotzdem verloren. Neben dem Monument bringen täglich Leute gefaltete Kraniche vorbei, die in Schaukästen gelegt werden.

Bomb Dome

Kinderfriedensmonument

Kraniche Japan

Atombombenmuseum

Auf zwei Stockwerken wird zum einen die Geschichte der Stadt vor dem Abwurf beschrieben, es gibt auch Informationen rund um die Atombombe und den Abwurf. Ein großer Teil widmet sich aber auch den Folgen der Atombombe. In englisch untertitelten Videos erzählen Überlebende, teilweise zum ersten mal, von ihren Erlebnissen. Die Ausstellung im Untergeschoss ging uns ziemlich nahe, hier werden Kleidungsstücke (die am Abwurftag getragen wurde) und persönliche Gegenstände von verstorbenen mit persönlichen Geschichten vorgestellt. Für das Museum solltest du genügend Zeit einplanen.

Noch bis 2018 wird das Hauptgebäude renoviert, danach wird die Ausstellung wohl noch umfangreicher sein.

Eintritt: 200yen

Atombombenmuseum Hiroshima

Hiroshima Castle

Die ursprünglich zwischen 1592 und 1599 erbaute Burg wurde 1945 komplett zerstört und 1958 neu aufgebaut. Heute dient die Burg als Museum für die Geschichte Hiroshimas vor dem zweiten Weltkrieg. Von außen bietet das Castle ein schönes Fotomotiv, im Inneren finden sich auf 5 Etagen verschiedene Ausstellungsstücke, die aber überwiegend auf Japanisch beschrieben sind. Von oben bietet sich ein schöner Blick auf die Umgebung.

Da wir am Culture Day (Japanischer Nationalfeiertag) dort waren, war der Eintritt für uns kostenlos, ansonsten können wir das Besichtigen der Burg nur bedingt empfehlen, da Englische Informationen weitestgehend fehlen. Von außen solltest du dir dieses schöne Bauwerk aber nicht entgehen lassen.

Eintritt: 360yen

Hiroshima Castle

Burg Hiroshima

Herbststimmung Japan

Innenstadt

Einfach treiben lassen ist hier das Motto, wir fanden die Innenstadt von Hiroshima total gemütlich. Die Hiroshima Hondori Street ist eine überdachte Einkaufsstraße auf der sich einfach alles finden lässt. Auch unzählige Restaurants finden sich hier, wir haben hier das erste mal Ramen gegessen. Ungewohnt war für uns dass wir außerhalb des Restaurants ein Ticket mit dem Gegenwert des Essen lösen mussten. Auf einer Karte konnten wir dann unsere Wünsche wie Fleisch, Zwiebeln, Nudeln und schärfe ankreuzen. Kurze Zeit später kamen wir in den Genuss der dampfenden Köstlichkeit, das war nicht das letzte mal das wir Ramen gegessen haben, wir sind begeistert.

In der Nähe des östlichen Endes der Hondori Street befindet sich das Okonomi-mura  – ein Gebäude in dem sich 24 Okonomiyaki Restaurants befinden, jedes davon hat seine eigene Note. Wir haben ein Restaurant getestet und es für sehr lecker empfunden, unsere Entscheidung der Restaurantwahl erfolgte vollkommen unwillkürlich. Man darf sich das jetzt nicht als klassische Restaurants vorstellen, sondern eher als einen Raum, in dem viele kleine abgetrennte U-förmige Theken mit heißen Platten und Sitzplätze stehen.

Aufgefallen ist uns noch, dass die örtliche Baseballmanschaft sich hier wohl großer Beliebtheit erfreut, an vielen Gebäuden und Geschäften befinden sich die Logos, Poster oder Abbildungen der Mannschaft.

Tagesausflug Miyajima

Seit 1996 gehört der Itsukushima Shinto Schrein auf Mayajima zum Weltkulturerbe.

Itsukushima Shrine und O-Torii

Anreise

Da wir keinen Railpass besitzen, haben wir uns intensiv mit der besten und auch günstigsten Anreise nach Miyajima beschäftigt. Die schnellste Variante ist definitiv mit dem Boot vom Peace Memorial Park, allerdings war uns der Preis von 60€ für Hin- & Rückfahrt für 2 Personen definitiv zu hoch. Da die Straßenbahn direkt vor unserer Unterkunft abfährt, war für uns die Kombination Straßenbahn und Fähre am besten.

Insgesamt gibt es 3 Möglichkeiten für die Anreise nach Miyajima. Falls du im Besitz des Railpass bist, ist die Variante 3 die beste und vor allem günstigste für dich, da dies komplett kostenlos ist.

  1. mit dem Schiff vom Peace Memorial Park bis nach Miyajima
    Dauer: 45 Minuten
    Preis: 3600yen (p.P. Hin- & Rückfahrt)
  2. mit der Straßenbahn bis Miyajima-guchi, dann mit der Fähre übersetzen
    Dauer: zwischen 65 und 80 Minuten –  Straßenbahn je nach Abfahrtsort 45- 70 Minuten, Fähre 10 Minuten
    Preis: Straßenbahn 560yen, Fähre 360yen (p.P. Hin- & Rückfahrt)
  3. Mit dem Zug ab JR Hiroshima-Bahnhof bis Miyajima guchi-Bahnhof, dann mit der Fähre übersetzen.
    Dauer: etwa 35 Minuten – Zug 25 Minuten, Fähre 10 Minuten
    Preis: mit dem Railpass kostenlos

Sehenswürdigkeiten

Itsukushima Shrine und O-Torii

Vom Pier aus kann man in ca. 10 Minuten zum Schrein laufen. Das 200 Meter vor dem Hauptschrein mitten im Meer stehende O-Torii (Großes Tor) ist ein beliebtes Postkartenmotiv in Japan. Wenn du einen ganzen Tag auf Miyajima verbringst solltest du dir das Tor bei Ebbe und Flut anschauen, bzw. kannst es bei Ebbe sogar aus nächster nähe besichtigen.

O-Torii Miyajima

Mt. Misen

Der Berg ist ca. 500 Meter über dem Meeresspiegel und zu Fuß in 1,5-2 Stunden zu erreichen. Aufgrund von einsetzendem Regen haben wir die Besteigung nicht gemacht und können dazu nicht mehr berichten.

Daishoin Temple

Besonders schön fanden wir einen kleinen Abschnitt auf dem Weg zum Daishoin Tempel auf dem sich unzählige Buddha Statuen aneinanderreihen. Alle diese Figuren sind sehr individuell und viele davon haben uns ein lächeln ins Gesicht gezaubert. Damit du an diesen Statuen vorbeikommst nimm nicht den Hauptweg zum Tempel, sondern halte dich links.

Buddha Figuren auf dem weg zum Daishoin Tempel

Buddha Stein Figur auf Miyajima

Fünfstöckige Pagode

Vom Pier dem Weg zum Itsukushima Shrine und O-Torii bietet sich der Blick auf die Fünfstöckige Pagode. Auf 28 Metern verbinden sich kunstvoll japanische und chinesische Architekturstile. Auf der Innenwand der Pagode ist Buddhas Bild in vollen Farben dargestellt.

Momijidani Park

Der Park am Fuße des Mount Missen ist von großflächigen Urwäldern bedeckt. Bei unserem Besuch waren einige Bäume schon im Herbstkleid, als dann noch die Sonne durchschien, ergab sich ein wunderschöner Anblick.

Rehe

Überall auf der Insel laufen Rehe frei herum. Schilder weißen darauf hin, dass die Tiere nicht gefüttert oder gestreichelt werden sollen, leider wird dies von vielen ignoriert. Die Tiere haben jegliche Scheu vor den menschen verloren und sobald sie etwas essbares wittern können sie ziemlich aufdringlich werden. Wir haben weder gefüttert noch gestreichelt, dafür aber ein Selfie geschossen 🙂

Selfie mit Reh

Umrechnungsfaktor:

135yen sind 1€ (Stand 11/2017)

Bitte folgt und liked uns

2 thoughts on “Hiroshima”

  1. Hallo ihr zwei,

    Den Start einer Japanreise in Hiroshima zu beginnen finde ich super. Auf die Idee kommen leider nur wenige. Da fängt die Reise im ungewohnten Japan gleich mal etwas gemütlicher an, als in einer der Mega Metropolen, wie Tokyo oder Osaka. Würde am Ende gerne erfahren, ob ihr das empfehlen könnt oder im Nachhinein doch lieber mir Tokyo hättet beginne sollen. Da wäre das mit dem Geldabheben vielleicht eine Spur einfacher gewesen in der Nacht 😉.

    Freu mich schon, mehr von euren Japanerlebnissen zu lesen.

    Liebe Grüße Daniela

  2. Wir würden es jederzeit wieder so machen und die Reise an der Westküste beginnen. Wie du sagst, so war es total entspannt und Tokyo als guter Schluß hat definitiv was 🙂 Weitere Berichte folgen bald, und wir können schon mal Spoilern: wir kommen auf jeden Fall wieder! 😉

    Liebe Grüße Sandra & Chris

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